PRODUKTION & QUALITÄTSKONTROLLE

Verpackung für Chilisauce prüfen: OTR, Lichttransmission und Lagerstudien

Verpackungen für rote Chilisauce vergleichen: OTR, Lichttransmission, ΔE, Kopfraumsauerstoff und Lagerstudien technisch belastbar planen.

Fachredaktion Gracepack/Veröffentlicht 7. Oktober 2026/Aktualisiert 7. Oktober 2026/ 13 Min. Lesezeit
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Vier Verpackungsvarianten mit roter Chilisauce bei einem kontrollierten Vergleich von Farb- und Lichtschutz

Die Verpackung einer roten Chilisauce ist erst dann belastbar ausgewählt, wenn Sauerstoffeintrag, Lichtdurchlässigkeit und Farbentwicklung am abgefüllten Seriengebinde zusammen bewertet wurden. Ein niedriger OTR-Wert allein beweist keine Farbstabilität; eine dunkle Flasche beweist keinen definierten Lichtschutz. Aussagekräftig wird der Vergleich durch identisch abgefüllte Verpackungsvarianten, vorab festgelegte Messbedingungen und eine Lagerstudie mit der Originalrezeptur.

Schnelle Entscheidung: Verwenden Sie OTR und spektrale Transmission zur technischen Vorauswahl. Geben Sie die Verpackung erst frei, wenn Farbe, Aroma, Dichtheit und Gebrauchsfunktion unter den vorgesehenen Lager- und Vertriebsbedingungen innerhalb definierter Grenzen bleiben.

  • Rezeptur zuerst: Carotinoide, Ölphase, pH-Wert, Antioxidationssystem, gelöster Sauerstoff und Wärmeprozess bestimmen die Empfindlichkeit.
  • Vergleich fair aufbauen: Füllcharge, Füllmenge, Kopfraum, Verschluss, Füll- und Kühlprozess müssen zwischen den Varianten möglichst gleich sein.
  • Licht und Sauerstoff trennen: Dunkelkontrollen und Lichtproben helfen zu erkennen, welcher Einfluss die Farbänderung antreibt.
  • Beschleunigte Tests begrenzen: Sie dienen zunächst dem Screening und ersetzen ohne belegte Korrelation keine reale Haltbarkeitsstudie.
  • Akzeptanz vorab festlegen: ΔE, a*, Aroma, Dichtheit und weitere Qualitätsgrenzen gehören vor dem ersten Messtag in den Prüfplan.

1. Warum rote Chilisauce ihre Farbe verändert

Die rote Farbe von Chili- und Paprikaprodukten stammt vor allem aus Carotinoiden wie Capsanthin und Capsorubin. Sauerstoff, Licht und erhöhte Temperatur können den Abbau dieser Pigmente fördern. Die Sauce verliert dann Rotanteil, wirkt matter oder verschiebt sich in Richtung Orange und Braun. Capsaicinoide bestimmen dagegen vor allem die Schärfe. Farbverlust und Veränderung der Schärfe sind deshalb getrennte Qualitätsfragen und sollten nicht über denselben Marker beurteilt werden.

Wie schnell sich eine Sauce verändert, hängt nicht nur von der Verpackung ab. Rohwarenqualität, Pigmentkonzentration, Ölanteil, pH-Wert, Metallionen, Antioxidantien, Zerkleinerung, Wärmebehandlung und der beim Mischen oder Abfüllen eingetragene Sauerstoff beeinflussen den Verlauf. Auch eine besonders gute Flaschenwand kann bereits gelösten Sauerstoff oder einen sauerstoffreichen Kopfraum nicht rückwirkend entfernen.

Für den Verpackungsvergleich sind deshalb mindestens folgende Ausgangsdaten zu dokumentieren:

Produkt- und ProzessdatenWarum sie benötigt werden
Rezepturversion und RohwarenchargeVerhindert, dass Pigment- oder Antioxidantienunterschiede als Verpackungseffekt erscheinen
pH-Wert, Ölanteil und FeststoffgehaltHilft chemische Empfindlichkeit, Probenhomogenität und Messvorbereitung einzuordnen
Abfülltemperatur und Temperatur-Zeit-VerlaufErfasst thermische Belastung und mögliche Veränderung des Gebindes
Gelöster Sauerstoff vor der AbfüllungTrennt den anfänglichen Produkteintrag vom späteren Eintritt durch das Gebinde
Füllmenge und KopfraumBeeinflusst die zu Beginn verfügbare Sauerstoffmenge
Verschließzeit, Verschluss und AnzugsmomentKann Sauerstoffeintrag, Dichtheit und Reproduzierbarkeit verändern
Vertriebsweg und ZielhaltbarkeitLegt realistische Temperatur-, Licht- und Zeitbedingungen fest

2. Verpackungsvarianten als sauberen Vergleich aufbauen

Ein guter Versuchsplan ändert pro Vergleich möglichst nur eine klar benannte Variable. Werden gleichzeitig Flaschenmaterial, Volumen, Verschluss, Kopfraum und Abfüllprozess verändert, lässt sich ein besseres Ergebnis später keiner Ursache sicher zuordnen.

Für ein erstes Screening können beispielsweise diese Varianten sinnvoll sein:

VariantePrüffrageWas konstant bleiben sollte
Klare Monolayer-KunststoffflascheReicht die Standardausführung bei geplanter Lagerung aus?Geometrie, Volumen, Verschluss und Dekoration
Eingefärbte oder opake AusführungVerbessert der geringere Lichteintrag die Farbstabilität?Werkstofffamilie, Flaschenform und Verschluss
Mehrschichtflasche mit SauerstoffbarriereBegrenzt der Schichtaufbau den Sauerstoffeintrag messbar?Flaschenformat, Verschluss und Lichtbedingungen
Klare GlasflascheWelchen Vorteil bringt eine praktisch gasdichte Behälterwand ohne zusätzlichen Lichtschutz?Füllmenge, Kopfraum und möglichst vergleichbarer Verschluss
Lichtgeschützte Glas- oder KunststoffausführungWelche Wirkung hat der konkrete spektrale Lichtschutz?Produktcharge, Prozess und Lagerklima

Bei einer Quetschflasche für Chilisauce darf eine bessere Barriere die Dosierfunktion nicht unbemerkt verschlechtern. Wandaufbau, Drückkraft, Rückstellung, Düse und Verschluss werden deshalb auch nach der Lagerung geprüft. Für dünnflüssige Hot Sauce können Glas-Woozy-Flaschen für Chilisauce eine geeignete Vergleichsvariante sein; Reduziereinsatz, Kappe und Kopfraum bleiben dennoch Teil des Systems.

Replikate und Probenplan

Eine einzelne Flasche pro Variante kann weder Produktionsstreuung noch Messunsicherheit abbilden. Anzahl der Replikate, Entnahmezeitpunkte und Reserveproben werden vor Versuchsbeginn festgelegt. Die Proben sollten aus derselben Saucecharge stammen, in zufälliger Reihenfolge abgefüllt und nach einem dokumentierten Schema den Lagerbedingungen zugeordnet werden. Bei zerstörenden Untersuchungen wie einer Headspace- oder chemischen Analyse wird für jeden Entnahmezeitpunkt eine eigene Flasche vorgesehen.

3. OTR richtig anfordern und interpretieren

Die Sauerstofftransmissionsrate (OTR) beschreibt den Sauerstoffdurchtritt unter festgelegten Prüfbedingungen. Ein Wert ist nur vergleichbar, wenn Prüfgegenstand, Methode, Temperatur, relative Feuchte, Sauerstoffgefälle, Konditionierung und Einheit angegeben sind. Die häufig zitierte ASTM D3985 behandelt Kunststofffolien und -bahnen mit einem coulometrischen Sensor. Ein solcher Folienwert darf nicht ungeprüft als Leistungswert einer ausgeformten Flasche verwendet werden.

Für Flaschen sind mehrere Ebenen auseinanderzuhalten:

  1. Werkstoff- oder Folienwert: nützlich für die Materialvorauswahl, aber ohne reale Wandverteilung und Geometrie.
  2. Ausgeformter Flaschenkörper: berücksichtigt Schulter, Seitenwand, Boden, Orientierung und lokale Wanddicke.
  3. Verschlossenes Gesamtgebinde: bezieht Verschluss, Dichtung, Ventil, Gewinde und weitere mögliche Eintragswege ein.
  4. Abgefülltes Produkt: zeigt zusätzlich Sauerstoffverbrauch, Kopfraum, gelösten Sauerstoff und Wechselwirkungen mit der Sauce.

Bei EVOH-Mehrschichtstrukturen muss die relative Feuchte besonders beachtet werden, weil die Sauerstoffbarriere von EVOH bei zunehmender Feuchte abnehmen kann. Außen- und Innenschichten sollen die Barriereschicht schützen; Schichtdicke, Kontinuität und Verbundhaftung müssen zum realen Gebinde passen. Die Grundlagen zu Schichtaufbau und Serienprüfung werden im Ratgeber über EVOH-Mehrschichtflaschen für Saucen behandelt. Die vorliegende Prüfung setzt später an: Sie soll zeigen, ob eine konkrete Chilisauce vom gewählten Aufbau tatsächlich profitiert.

4. Lichttransmission statt Flaschenfarbe bewerten

„Klar“, „braun“, „UV-geschützt“ oder „opak“ sind optische Beschreibungen, keine vollständigen Leistungsdaten. Für eine technische Bewertung wird die spektrale Transmission der konkreten Flaschenwand über den für die Rezeptur relevanten Wellenlängenbereich gemessen. Pigment, Additiv, Konzentration, Wanddicke und Geometrie können das Ergebnis verändern.

Die Messstelle ist ebenfalls wichtig. Seitenwand, Schulter und Boden können unterschiedliche Wanddicken und Krümmungen besitzen. Bei einem Etikett, Sleeve oder Karton als Lichtschutz muss die spätere Dekoration Teil der Prüfung sein. Eine kleine unbedeckte Zone kann bei starkem Lichteintrag relevanter sein als der nominelle Schutz der Hauptfläche.

Klares Glas begrenzt den Sauerstoffdurchtritt durch die Wand sehr stark, ist aber nicht automatisch ein Lichtschutz. Braunglas oder eingefärbter Kunststoff kann die Transmission in bestimmten Bereichen reduzieren; die konkrete Schutzwirkung muss trotzdem gemessen werden. Ein UV-Blocker kann UV-Anteile senken, während sichtbares kurzwelliges Licht weiterhin durchtritt. Für rote Pigmente ist deshalb eine reine Aussage über „UV-Schutz“ möglicherweise zu eng.

5. Farbe, Sauerstoff und Gebrauchsfunktion gemeinsam messen

Instrumentelle Farbmessung

Instrumentelle Farbmessung mehrerer Chilisaucenproben im Verpackungsvergleich

Das CIE-L*a*b*-Farbsystem beschreibt Helligkeit sowie Grün-Rot- und Blau-Gelb-Anteile. Die ISO/CIE 11664-4 legt die Berechnung der L*a*b*-Koordinaten und von Farbabständen fest. Für eine reproduzierbare Studie werden Messgerät, Messgeometrie, Lichtart, Beobachter, Probengefäß, Schichtdicke, Homogenisierung und Temperatur konstant gehalten.

Bei roter Chilisauce ist der a*-Wert als Rot-Grün-Achse häufig hilfreich; ΔE fasst die gesamte Farbabweichung gegenüber einer Referenz zusammen. Ein pauschaler Grenzwert wie „ΔE größer als 2 ist unzulässig“ ist jedoch nicht belastbar. Wahrnehmbarkeit und Markenakzeptanz hängen von Messaufbau, Ausgangsfarbe, Textur, Gebinde und Betrachtungsbedingungen ab. Der Grenzwert wird mit Produktentwicklung, Qualitätssicherung und gegebenenfalls sensorischen Referenzmustern vorab definiert.

Sauerstoffmessungen

Sinnvolle Messpunkte können sein:

  • gelöster Sauerstoff vor und nach der Abfüllung,
  • Sauerstoffanteil im Kopfraum unmittelbar nach dem Verschließen,
  • Kopfraumsauerstoff zu festgelegten Lagerzeitpunkten,
  • OTR der Flasche oder des verschlossenen Systems unter vereinbarten Bedingungen.

Ein sinkender Kopfraumsauerstoffwert bedeutet nicht automatisch, dass kein Sauerstoff eingetreten ist: Das Produkt kann Sauerstoff verbrauchen. Umgekehrt kann ein guter Flaschenwert von einem durchlässigen oder schlecht sitzenden Verschluss überlagert werden. Die Daten werden deshalb als Zeitreihe und zusammen mit Farb- und Aromawerten beurteilt.

Weitere Qualitätsmerkmale

Farbe allein reicht für die Serienfreigabe nicht. Je nach Rezeptur kommen Aroma, oxidativer Fehlgeschmack, Phasentrennung, Viskosität, pH-Wert sowie produktspezifische chemische Marker hinzu. Eine HPLC-Bestimmung von Capsanthin und Capsorubin kann für Entwicklungsprojekte sinnvoll sein, ist aber keine Pflicht für jedes Verpackungsscreening. Sie sollte nur mit validierter Probenvorbereitung und fachlicher Auswertung eingesetzt werden.

An der Verpackung werden Dichtheit, Verformung, Gewinde und Mündung, Anzugsmoment beziehungsweise Öffnungskraft, Dosierverhalten und gegebenenfalls Quetschrückstellung kontrolliert. Bei kopfstehenden Quetschflaschen für Sweet-Chili-Sauce verdienen Dauerkontakt am Ventil, Partikeldurchgang und Nachtropfen zusätzliche Aufmerksamkeit.

6. Lagerstudie mit Licht- und Dunkelkontrolle planen

Licht- und Dunkelkontrolle mit Chilisaucenflaschen in einer geregelten Lagerstudie

Eine realitätsnahe Lagerstudie bildet die vorgesehenen Bedingungen in Lager, Transport, Handel und Nutzung ab. Zusätzlich können beschleunigte Bedingungen Varianten schneller voneinander trennen. Sie dürfen aber nicht automatisch in eine bestimmte Haltbarkeit bei Raumtemperatur umgerechnet werden.

StudienarmZweckTypische Festlegung
Reale DunkellagerungGrundverlauf ohne relevanten LichteintragZieltemperatur, reale Dauer, definierte Entnahmezeitpunkte
Reale LichtlagerungRegal- oder Nutzungssituation abbildenLichtquelle, Spektrum, Bestrahlungsstärke, Hell-Dunkel-Zyklus und Abstand
Erhöhte Temperatur im DunkelnTemperaturempfindlichkeit und Oxidationsgeschwindigkeit vergleichenTemperatur, Feuchte, Dauer und dokumentierte Abweichungen
Erhöhte Temperatur mit Lichtschnelles Screening besonders kritischer Variantendieselben Lichtdaten plus engere Messintervalle
Prozess- und TransportkontrolleÄnderungen durch Abfüllung, Kühlung und Logistik erkennenRückstellmuster, Vibration, Lage, Temperaturverlauf

Lux allein beschreibt die photochemische Belastung unvollständig, weil die spektrale Verteilung der Lichtquelle fehlt. Für eine reproduzierbare Lichtstudie werden daher Lichtquelle, Spektrum oder definierter Gerätezyklus, Abstand, Temperatur am Gebinde und Bestrahlungsdauer dokumentiert. Probenpositionen sollten gewechselt oder randomisiert werden, wenn die Kammer nicht überall gleichmäßig belichtet.

Beschleunigung nur mit belegter Korrelation

Temperaturerhöhung kann Reaktionen beschleunigen. Eine Arrhenius-Auswertung ist aber nur sinnvoll, wenn im untersuchten Bereich derselbe dominante Reaktionsmechanismus gilt und genügend Messpunkte eine belastbare Modellierung erlauben. Bei sehr hohen Temperaturen können sich Sauce, Verschluss, Kunststoff oder Dichtung anders verhalten als im vorgesehenen Vertrieb. Ein vierwöchiger Test bei 40 °C darf daher nicht ohne Vergleichsdaten pauschal zwölf oder vierundzwanzig Monate Haltbarkeit ersetzen.

Praktisch dient die beschleunigte Studie zunächst dazu, ungeeignete Varianten auszusortieren und Messintervalle für die Realzeitstudie festzulegen. Die endgültige Haltbarkeitsentscheidung bleibt Teil der Verantwortung des Lebensmittelunternehmens und umfasst neben der Verpackungsfunktion auch Produktsicherheit und mikrobiologische Stabilität.

7. Ursachen einer Farbänderung systematisch eingrenzen

Die Kombination aus Verpackungsvarianten und Lagerbedingungen ermöglicht eine gezieltere Diagnose:

BeobachtungWahrscheinliche HypotheseNächster Prüfschritt
Farbverlust nur unter Licht, ähnlich in allen Flaschen mit vergleichbarer TransmissionLicht ist der dominante Treiberspektrale Transmission, Dekoration und Lichtdosis vergleichen
Klare Flasche im Dunkeln schlechter als BarriereflascheSauerstoffeintrag durch Wand oder System ist relevantOTR-Bedingungen, Wandverteilung, Verschluss und Headspace-Verlauf prüfen
Glas und Kunststoff verändern sich trotz Dunkellagerung ähnlichAnfangssauerstoff, Prozess oder Rezeptur kann dominierengelösten Sauerstoff, Kopfraum, Rohwarencharge und Wärmeprozess prüfen
Große Streuung innerhalb derselben VarianteAbfüllung, Verschluss oder Probe ist nicht reproduzierbarFüllfolge, Anzugsmoment, Dichtheit, Probenhomogenisierung und Replikate prüfen
Flaschenwert gut, abgefülltes System dennoch auffälligVerschluss oder Prozess überlagert die WandbarriereGesamtgebinde statt Einzelmaterial untersuchen
Farbe stabil, Dosierung nach Lagerung schlechterKonstruktion oder Werkstoffalterung betrifft GebrauchsfunktionDrückkraft, Rückstellung, Düse, Ventil und Verschlusskontakt prüfen

Diese Logik verhindert, dass eine Rezepturabweichung vorschnell der Flasche zugeschrieben oder ein Verschlussproblem durch eine teurere Barriereschicht „gelöst“ wird.

8. Akzeptanzkriterien und wirtschaftliche Entscheidung

Die Freigabegrenzen werden vor Beginn der Studie vereinbart. Dazu gehören mindestens Messgröße, Referenz, Grenzwert, Messmethode, Messzeitpunkt, Anzahl der Proben und Entscheidungsregel. Für die Farbe kann das eine Kombination aus ΔE, a*-Verlauf und visueller Referenz sein. Für das Gebinde kommen Leckagefreiheit, Maßhaltigkeit, Öffnungskraft und Dosierfunktion hinzu.

Die wirtschaftliche Bewertung sollte nicht beim Flaschenpreis enden. Verglichen werden:

  • Verpackungs- und Verschlusskosten,
  • Werkzeug- und Bemusterungskosten,
  • Ausschuss und Linienleistung,
  • Etikett, Sleeve, Karton oder anderer zusätzlicher Lichtschutz,
  • Transportgewicht und Packdichte,
  • mögliche Produktverluste und Reklamationen,
  • erreichter, tatsächlich validierter Haltbarkeitskorridor.

Eine teurere Mehrschichtflasche ist nur dann wirtschaftlich, wenn ihre zusätzliche Schutzwirkung für das reale Produkt einen relevanten Vorteil bringt. Umgekehrt kann eine günstige klare Standardflasche teuer werden, wenn ein großflächiger Sleeve, zusätzlicher Karton oder eine kürzere Vermarktungsdauer notwendig ist. Reklamations- oder Retourenquoten dürfen dabei nur mit eigenen belastbaren Daten angesetzt werden.

9. Welche Angaben der Verpackungslieferant erhalten sollte

Für eine sinnvolle Vorauswahl benötigt der Lieferant mehr als die Bezeichnung „rote Chilisauce“. Ein technisches Briefing enthält:

  1. Rezepturtyp, pH-Bereich, Öl- und Feststoffanteil sowie maximale Partikelgröße,
  2. Abfüll- und Kühlprozess einschließlich maximaler Produkttemperatur am Gebinde,
  3. Zielvolumen, Füllmenge, Kopfraum und gewünschte Flaschenposition,
  4. Verschluss, Dichtung, Ventil oder Reduziereinsatz,
  5. Zielhaltbarkeit, Lagerklima, Lichtbelastung und Vertriebsweg,
  6. bekannte OTR- oder Transmissionsziele mit Prüfbedingungen,
  7. gewünschte Farbe, Etikettierung, Sleeve oder Sekundärverpackung,
  8. geplante Jahresmenge und benötigte Musterstufen.

Gracepack kann auf dieser Basis vorhandene PET-, PP- und PE-Flaschen, Verschlüsse und Musteroptionen für die Vorauswahl abgleichen und die benötigten Spezifikationen mit dem Projektteam eingrenzen. OTR-, Spektral-, HPLC- und Haltbarkeitsmessungen werden nicht durch eine Werkstoffbezeichnung oder eine Sichtprüfung ersetzt; sie sind mit einem dafür geeigneten Prüflabor beziehungsweise der Qualitätssicherung des Lebensmittelunternehmens zu planen.

10. Lebensmittelkontakt und Änderungsmanagement

Farbe, UV-Additiv, Barriereschicht, Haftvermittler und Rezyklatanteil verändern nicht nur die Schutzwirkung, sondern auch den zu dokumentierenden Materialaufbau. Für Kunststoffmaterialien mit Lebensmittelkontakt ist die jeweils geltende Fassung der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 ein zentraler Rechtsrahmen. Konformitätserklärung, Migrationsbewertung und Einsatzbedingungen müssen zur konkreten Ausführung passen.

Nach der Freigabe werden Materialtyp, Lieferant, Farbe, Schichtaufbau, Wandgewicht, Flaschenzeichnung, Verschluss, Dichtung und relevante Prozessparameter kontrolliert. Änderungen werden bewertet, bevor sie in die Serie gelangen. Ein neuer Farbmasterbatch oder eine andere Wandverteilung kann die Transmission beziehungsweise Barriere verändern, obwohl Artikelname und Flaschenform gleich bleiben.

11. Häufige Fragen zur Validierung von Chilisaucenverpackungen

Welche Verpackung schützt rote Chilisauce am besten vor Farbverlust?

Eine allgemeingültig beste Verpackung gibt es nicht. Klares Glas begrenzt den Sauerstoffeintrag durch die Wand sehr stark, kann aber Licht passieren lassen. Kunststoff lässt sich transparent, eingefärbt, opak oder mit einer Barriereschicht auslegen. Entscheidend ist, welche Kombination aus Flasche, Verschluss, Kopfraum, Lichtschutz und Abfüllprozess die vorab festgelegten Akzeptanzkriterien in einer Lagerstudie mit der Originalrezeptur erfüllt.

Kann eine beschleunigte Lagerstudie die reale Haltbarkeitsprüfung ersetzen?

Nicht ohne produktspezifische Korrelation. Erhöhte Temperatur und intensive Beleuchtung können Varianten früh unterscheiden, aber auch Reaktionen oder Verpackungsveränderungen auslösen, die bei normaler Lagerung nicht dominieren. Die beschleunigte Prüfung eignet sich deshalb vor allem zum Screening. Die Haltbarkeitsfreigabe sollte durch realitätsnahe Lagerbedingungen und die mikrobiologische beziehungsweise lebensmitteltechnische Bewertung des Produkts abgesichert werden.

Welcher Delta-E-Wert ist bei Chilisauce noch akzeptabel?

Es gibt keinen universellen Grenzwert. Wahrnehmbarkeit und Akzeptanz hängen von Messgeometrie, Gerät, Probenvorbereitung, Ausgangsfarbe, Sauce, Gebinde und Markenanforderung ab. Der Grenzwert für ΔE sowie gegebenenfalls für a* und andere Farbparameter muss vor Studienbeginn mit Referenzmustern, instrumentellen Daten und einer geeigneten sensorischen Bewertung festgelegt werden.

Reicht ein OTR-Wert aus dem Materialdatenblatt für die Verpackungsfreigabe?

Nein. Ein Material- oder Folienwert beschreibt nicht automatisch die ausgeformte und verschlossene Flasche. Temperatur, relative Feuchte, Wanddicke, Orientierung, Schulter und Boden, Verschluss, Dichtung und Messfläche beeinflussen das Ergebnis. Für die Entscheidung sollten Prüfgegenstand, Methode, Einheit und Bedingungen dokumentiert und bei Bedarf das vollständige Seriengebinde untersucht werden.

Fazit: Verpackungsleistung am realen Produkt belegen

Für rote Chilisauce entsteht Farbstabilität aus dem Zusammenspiel von Rezeptur, Anfangssauerstoff, Flaschenwand, Lichtschutz, Verschluss, Abfüllprozess und Lagerbedingungen. OTR und Lichttransmission sind wichtige technische Kennwerte, beantworten die Haltbarkeitsfrage aber nicht allein.

Ein belastbarer Vergleich verwendet dieselbe Saucecharge und kontrollierte Packungsparameter, trennt Licht- und Sauerstoffeinflüsse, misst Farbe und Sauerstoff als Zeitreihe und prüft parallel Dichtheit und Dosierfunktion. Erst diese Daten zeigen, ob klares PET, eine eingefärbte oder opake Ausführung, ein EVOH-Mehrschichtaufbau oder Glas für das konkrete Projekt den sinnvollsten Schutz bietet.

Für eine technische Vorauswahl können Sie Gracepack Rezepturtyp, Abfülltemperatur, Zielvolumen, Verschlusswunsch, Lagerbedingungen und Haltbarkeitsziel senden. Wir gleichen verfügbare Flaschen- und Verschlussmuster ab und helfen, die Varianten für Ihren Abfüll- und Lagervergleich klar zu definieren.

MUSTER FÜR DEN VERPACKUNGSVERGLEICH

Welche Verpackungsvarianten sollen Sie mit Ihrer Chilisauce prüfen?

Senden Sie Rezepturtyp, Abfülltemperatur, Zielvolumen, Verschluss, Lagerbedingungen, Zielhaltbarkeit und bekannte Anforderungen an OTR oder Lichtschutz. Wir grenzen geeignete Flaschen- und Verschlussmuster für Ihren Abfüll- und Lagervergleich ein.