PRODUKTION & QUALITÄTSKONTROLLE

PCR für Saucen-Quetschflaschen: Materialumstellung prüfen und freigeben

So begleiten wir die Umstellung Ihrer Saucen-Quetschflasche auf PCR mit eindeutigen Vergleichsmustern, Funktionsprüfung und passenden Chargenkriterien.

Fachredaktion Gracepack/Veröffentlicht 14. September 2026/Aktualisiert 14. September 2026/ 13 Min. Lesezeit
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Geprüft am 14. September 2026. Abgeglichen mit unseren aktuellen Abläufen für Anfrage, Bemusterung, Fertigung, Qualitätskontrolle und Exportvorbereitung. Verbindliche Konformitäts-, Abfüll- und Haltbarkeitsfreigaben gelten immer für die gewählte Verpackung, das konkrete Produkt und den Zielmarkt. Mehr über Gracepack.

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Illustration dreier gleich geformter Saucen-Quetschflaschen mit Musteranhängern und Granulat zum Vergleich verschiedener Materialausführungen

Wenn Sie eine Saucen-Quetschflasche auf Post-Consumer-Rezyklat (PCR) umstellen möchten, betrachten wir mehr als den Rezyklatanteil. Die konkrete Materialausführung muss für den vorgesehenen Lebensmittelkontakt geeignet sein und als fertige Flasche die vereinbarte Funktion erfüllen. Deshalb vergleichen wir eindeutig gekennzeichnete Materialchargen bei gleicher Flaschengeometrie, Füllung und Verschlusskombination. Vor dem Versuch stimmen wir mit Ihnen ab, welche Abweichungen akzeptabel sind und wann weitere Prüfungen nötig werden.

Freigegeben wird eine definierte Kombination aus Material, Herstellprozess, Flasche, Verschluss und Verwendung. Eine Prozentangabe oder ein gutes Einzelmuster genügt dafür nicht.

In diesem Leitfaden zeigen wir, wie eine bereits verwendete Saucenverpackung auf eine konkret spezifizierte PCR-Ausführung umgestellt werden kann. Die Grundlagen zu Rezyklatquoten und Recyclingfähigkeit finden Sie im Überblick zu rPET und PCR bei Saucenflaschen. Hier konzentrieren wir uns auf die praktische Frage: Wie lässt sich die Materialänderung nachvollziehbar prüfen und über mehrere Lieferchargen absichern?

1. Vor der Bemusterung: Material und Verwendungsgrenzen klären

PCR beschreibt die Herkunft aus Abfällen nach der Nutzung, nicht den Kunststoff. PCR-PET, PCR-HDPE und PCR-PP sind deshalb keine austauschbaren Alternativen. Auch ein Wechsel von einer PE-Quetschflasche zu rPET ist mehr als eine Änderung des Rezyklatanteils: Werkstoff, Herstellverfahren und Flaschenfunktion können sich gleichzeitig ändern.

Für die Materialabstimmung benötigen wir eine eindeutige Spezifikation: Polymer und Qualität, Rezyklatquelle und Recyclingweg, vorgesehener Anteil mit Bezugsbasis, Additive und Farbmittel sowie die Dokumentation für die geplante Verwendung. Bei einer Mehrschichtflasche halten wir zusätzlich fest, in welcher Schicht das Material eingesetzt wird. Produktionsrücklauf behandeln wir dabei nicht stillschweigend als Post-Consumer-Material.

Für recycelte Lebensmittelkontaktkunststoffe ist insbesondere die Verordnung (EU) 2022/1616 relevant; für die fertige Kunststoffverpackung gelten außerdem insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 und die Verordnung (EU) Nr. 10/2011. EFSA bewertet die Sicherheit von Recyclingverfahren; sie erteilt keine pauschale Produktzulassung für beliebiges PCR-Granulat. Der anwendbare Recyclingweg und gegebenenfalls erforderliche Zulassungen müssen zur Lieferung passen. Ein Registereintrag allein belegt noch nicht die Eignung für jede Sauce. Die Europäische Kommission erläutert die Anforderungen an recycelte Lebensmittelkontaktkunststoffe.

Teilen Sie uns Sauce, Fett- und Säureanteil, Abfüllung, Lagerung und Gebrauch mit. Auf dieser Grundlage lässt sich mit der zuständigen Fachperson klären, welche Konformitätserklärungen, unterstützenden Unterlagen und ergänzenden Untersuchungen benötigt werden. Gesamtmigration, spezifische Migration und die Bewertung nicht absichtlich zugesetzter Stoffe (NIAS) bleiben unterschiedliche Aufgaben; ein unauffälliger Gesamtmigrationswert ersetzt die stoffbezogene Bewertung nicht.

Fehlt die Grundlage für den vorgesehenen Lebensmittelkontakt, bleibt die Materialfreigabe offen. Technische Vorversuche können gezielt vereinbart werden; daraus entsteht jedoch noch keine Freigabe für die Vermarktung abgefüllter Lebensmittel.

2. Vergleichsmuster so aufbauen, dass der Materialeffekt erkennbar bleibt

Gemeinsam legen wir eine bisher freigegebene Ausführung als Referenz fest. Enthält sie bereits Rezyklat, erfassen wir ihren tatsächlichen Materialstand. Eine äußerlich ähnliche Neuwareflasche kann diese Referenz nicht ersetzen.

Beim ersten Vergleich halten wir Zeichnung, Verschluss, Zielgewicht, Füllgut und Prüfablauf möglichst gleich. Müssen die Verarbeitungsparameter für das neue Material angepasst werden, dokumentieren wir diese Änderung. Dadurch bleibt erkennbar, ob ein Ergebnis auf die Materialrezeptur oder den geänderten Prozess zurückgeht.

MerkmalReferenz und PCR-KandidatWarum es für den Vergleich wichtig ist
Flaschenkörpergleicher Zeichnungsstand; Werkzeug und gegebenenfalls Kavität erfasstähnliche Außenform kann unterschiedliche Wandverteilungen verdecken
MaterialQualität, Lieferant, Chargennummer, PCR-Anteil und Farbmittel dokumentiertgleiche Prozentzahl bedeutet nicht gleiche Zusammensetzung
Gewicht und WanddickeZielgewicht sowie Messstellen und Istwerte festgehaltenMehrgewicht kann eine veränderte Materialsteifigkeit überdecken
Verschlussgleicher Kappentyp, gleiches Ventil und definierte MontageLuftnachströmung und Ventilöffnung beeinflussen die Rückstellung
Sauce und Füllzustandgleiche Rezepturcharge, Füllmasse, Temperatur und LagerlageTemperatur und Füllstand verändern Quetschkraft und Dosierung
Stichprobemehrere Einzelproben; Produktionszeitpunkt und Materialcharge zugeordnetMittelwerte allein zeigen weder Ausreißer noch Chargenstreuung

Trennen Sie Materialvergleich und Optimierungsversuch. Wird die PCR-Flasche gleichzeitig schwerer und mit einem anderen Ventil ausgestattet, kann diese Kombination durchaus funktionieren. Der Versuch belegt dann aber die neue Gesamtausführung, nicht die Gleichwertigkeit des Materials allein.

Ein konkreter Ausgangspunkt für Ketchup-Quetschflaschen ist beispielsweise das Referenzmodell FQ-033 mit 330 ml Wasserkapazität, PE-Flaschenkörper und PP-Kappe. Diese Angaben beschreiben die Ausgangsausführung. Sie bestätigen weder eine bestimmte PE-Untergruppe noch eine verfügbare PCR-Variante. Für den Umstellungsversuch müssen die tatsächliche Rezeptur und der geprüfte Verschluss ergänzt werden; die Wasserkapazität ist zudem nicht mit dem Füllgewicht von Ketchup gleichzusetzen.

3. Quetschkraft, Rückstellung und Dosierung gemeinsam auswerten

Für Ihr Projekt ist nicht entscheidend, ob PCR allgemein als weicher oder härter gilt. Entscheidend ist, ob die neue Flasche innerhalb der vereinbarten Gebrauchskriterien bleibt. Molekülstruktur, Verunreinigungen, Aufbereitung und Verarbeitung können die mechanische Streuung beeinflussen; Richtung und Ausmaß hängen von der konkreten Qualität ab.

Die Grundlagen der Flexibilität und Rückstellung von LDPE- und HDPE-Flaschen behandelt unser Materialvergleich. Für eine Umstellung ergänzen Sie vor allem die Zuordnung zu einzelnen Chargen und den direkten Vergleich mit der freigegebenen Referenz.

Einen wiederholbaren Prüfablauf festlegen

  1. Konditionieren Sie Referenz und Kandidat unter denselben dokumentierten Bedingungen. Verwenden Sie für den Funktionsvergleich dieselbe Sauce und dieselbe Verschlussausführung.
  2. Legen Sie Druckstelle, Ausrichtung, Prüfgeschwindigkeit und Verformungsweg fest. Messen Sie die Quetschkraft in Newton bei diesem definierten Ablauf; ein Handvergleich eignet sich nur zur ersten Orientierung.
  3. Entlasten Sie die Flasche und erfassen Sie die Rückstellzeit in Sekunden bis zu einem vorher festgelegten Geometriekriterium. Notieren Sie verbleibende Verformung und Knicke getrennt.
  4. Wiegen Sie die ausgegebene Portion in Gramm. Zeichnen Sie auf, ob die zweite und die folgenden Betätigungen bei gleichem Ablauf vergleichbare Mengen liefern und ob Sauce nachtropft.
  5. Wiederholen Sie den Vergleich bei den für den Gebrauch relevanten Füllständen und nach Lagerung. Dokumentieren Sie Einzelwerte, Streuung und Fehlbilder statt ausschließlich eines Durchschnitts.

Eine identische Betätigung kann bei einer langsam zurückstellenden Flasche zunehmend kleinere Portionen erzeugen. Deshalb reicht es nicht, nur die erste Quetschung zu bewerten. Umgekehrt kann eine veränderte Luftnachströmung eine gute Flaschenwand langsam erscheinen lassen. Bei auffälligen Ergebnissen hilft ein gesonderter Vergleich der betroffenen Flaschen-Verschluss-Kombinationen.

Für kopfstehende Dressingflaschen mit Ventilkappen gehören die Lagerung auf dem Verschluss, das erste Dosieren nach einer Standzeit und der Kontakt der Sauce mit den Verschlussteilen in den Prüfplan. Die PCR-Eignung wird auch hier für die konkrete Materialausführung geklärt.

Top-Load ist eine andere Belastung: Der axiale Druckversuch bewertet die Belastbarkeit in Längsrichtung, etwa für Stapelung oder Abfüllung. Er ersetzt weder das seitliche Quetschen noch die Rückstellmessung. Ebenso sind Fallverhalten, Dichtheit und Öffnungs- beziehungsweise Aufbringmoment getrennt zu beurteilen.

4. Farbe, Geruch und Lagerverhalten gegen die Referenz prüfen

Das Farbfenster vereinbaren wir an der fertigen Flasche, denn eine Granulatprobe bildet Wanddicke, Verarbeitung und den Farbeindruck neben dem Etikett nur unvollständig ab. Für den Vergleich verwenden wir gleiche Beleuchtung, Hintergrund und Messgeometrie. Werden Farbwerte oder Farbabstände ausgewertet, legen wir Messmethode und Berechnung fest; einen pauschalen zulässigen Farbabstand für jede Saucenflasche gibt es nicht.

Definieren Sie Stippen und Einschlüsse mit Größenklassen, Anzahl und Prüfbereich. Ein Grenzmuster kann die visuelle Beurteilung unterstützen. Einzelne Auffälligkeiten dürfen nicht mit dem Hinweis auf einen durchschnittlich akzeptablen Farbton verschwinden.

Eigengeruch und Übertragung auf die Sauce auseinanderhalten

Ein Geruch am leeren Gebinde und eine sensorische Veränderung des Füllguts sind getrennte Befunde. Planen Sie daher geeignete Referenzen, unbenutzte Leergebinde und abgefüllte Vergleichsmuster ein. Proben sollten für die Prüfer neutral codiert sein, damit sichtbare Kennzeichnungen des Rezyklatanteils die Bewertung nicht vorwegnehmen.

Der Dreieckstest nach ISO 4120 dient der Prüfung auf einen wahrnehmbaren Unterschied beziehungsweise auf Ähnlichkeit. Er ist kein universeller Geschmacksschwellentest und liefert nicht automatisch einen Grenzwert für Geruchsintensität. Die Auswahl der sensorischen Methode, Prüferzahl und Entscheidungsregel gehört in die fachliche Versuchsplanung. Für die lebensmittelbezogene Verkostung müssen die hierfür nötigen Sicherheitsvoraussetzungen geklärt sein.

Die Veränderung über die Lagerzeit verfolgen

AnwendungBesonders relevante Beobachtung nach MaterialwechselVergleichsbedingung
Ketchup oder BBQ-SaucePortionierbarkeit, Flaschenverformung und Farbentwicklungidentische Rezeptur, Abfüllung und Lichtbedingungen
Mayonnaise oder ölhaltiges Dressingsensorische Veränderung, Oxidationsanzeichen, Dichtheit bei Kopfstandgleiche Verschlusskombination und vorgesehene Lagerlage
Kühl gelagerte SauceQuetschkraft und Rückstellung bei Gebrauchstemperaturgefüllte Flasche und Sauce gemeinsam konditioniert
Heiß abgefüllte SauceMaßänderung nach Abkühlung, Dichtsitz und spätere Gebrauchsfunktiondokumentierter Füll- und Abkühlverlauf

Bei barriereempfindlichen Produkten kann ein Vergleich der Sauerstoff- oder Wasserdampfdurchlässigkeit erforderlich sein. Ein Materialkennwert allein beschreibt jedoch nicht das vollständige Gebinde. Bewerten Sie Verschluss, Wandverteilung und gegebenenfalls Barriereaufbau mit; ein höherer PCR-Anteil bedeutet nicht automatisch schlechtere Haltbarkeit.

Eine Lagerung bei 40 °C kann für eine definierte Fragestellung hilfreich sein. Sie ist aber kein allgemeiner Ersatz für die Prüfung unter vorgesehenen Lagerbedingungen bis zum geplanten Mindesthaltbarkeitsdatum. Beschleunigte Prüfungen benötigen eine begründete Übertragbarkeit; bei höherer Temperatur können andere Fehlermechanismen auftreten. Migrationsprüfbedingungen und Haltbarkeitsversuche sind zudem getrennte Untersuchungen.

5. Den Linienversuch bis zur stabilen Produktion planen

Im Linienversuch betrachten wir zuerst die Flaschenherstellung und anschließend die Abfülllinie. Bei extrusionsgeblasenen PE-Ausführungen sind unter anderem Schlauchbildung und Wandverteilung relevant. Bei streckgeblasenen PET-Ausführungen gehören Vorformling, Trocknung und Streckblasprozess dazu. Beide Herstellwege benötigen eine eigene Prozessabstimmung.

Die Schmelze-Massefließrate MFR, häufig als MFI bezeichnet, ist beispielsweise bei PE nur mit zugehöriger Prüftemperatur und Belastung vergleichbar. Sie ist kein vollständiger Nachweis des Blasformverhaltens. Bei PET spielen unter anderem intrinsische Viskosität und Feuchteführung eine Rolle. Wählen Sie die zu überwachenden Rohstoffkennwerte entsprechend der tatsächlichen Material- und Prozessroute.

Mit dem Linienversuch möchten wir zeigen, ob ein stabiles Prozessfenster existiert. Dazu erfassen wir Einstellungen und Änderungen, Ausschuss, Gewicht und Maße über den Lauf und kennzeichnen Proben aus den relevanten Produktionsphasen. Viele unmittelbar nacheinander produzierte Flaschen sagen allein noch wenig über das Verhalten verschiedener Materialchargen aus.

An der Abfülllinie folgen Zuführung, Füllen, Verschließen, gegebenenfalls Versiegeln, Etikettieren und Verpacken. Halten Sie Störungen und notwendige Anpassungen fest. Für Saucenkappen mit Silikonventil ist dabei die Passung zur konkreten Flaschenmündung entscheidend; derselbe Kappenname ersetzt keine Prüfung am neuen Flaschenkörper.

Eine feste Vorgabe wie „10.000 Flaschen genügen“ ist ohne Versuchsplan nicht belastbar. Umfang und Dauer richten sich nach Produktionsaufbau, relevanten Schwankungen, Fehlerfolgen und der geplanten statistischen Auswertung. Legen Sie außerdem fest, wie Prüfmuster und Versuchsware getrennt und weiterbehandelt werden.

Kalkulieren Sie die Umstellung anhand der Kosten je verwendbarer Flasche: Rohstoff, Ausschuss, Maschinenzeit, zusätzliche Kontrollen, Linienanpassung und gegebenenfalls Werkzeugänderung. Ein günstiger Granulatpreis kann durch ein enges Prozessfenster oder erhöhte Aussortierung aufgebraucht werden.

6. Musterzuordnung und Änderungsumfang mit dem Hersteller abstimmen

Konstruktion einer Kunststoffflasche am CAD-Arbeitsplatz bei Gracepack zur Abstimmung der Flaschengeometrie

Wir kennzeichnen Versandmuster mit Modell und Wasserkapazität, fotografieren sie vor dem Versand und erfassen sie in unserer Musterverwaltung. Bei der Produktionsabstimmung vergleichen wir Fertigungsmuster mit dem bestätigten Referenzmuster, unter anderem hinsichtlich Farbe, Abmessungen und Ausführung. So können wir die gemeinsam besprochene Flasche später eindeutig zuordnen.

Für ein PCR-Projekt muss diese Musterzuordnung um den Materialstand ergänzt werden: Rohstoffqualität und Charge, Rezyklatanteil, Farbe, Fertigungslauf sowie der zugehörige Dokumentenstand. Zwei mit demselben Modellnamen beschriftete Flaschen dürfen nicht als identisch behandelt werden, wenn ihre Rezepturen unterschiedlich sind.

Vor einer Werkzeugänderung lässt sich prüfen, ob eine vorhandene Flaschenform und Verschlusskombination als Ausgangspunkt geeignet ist. Dazu werden Muster und Zeichnung abgeglichen. Eine 3D-Darstellung oder ein Formmuster unterstützt die Geometrieabstimmung; die Material- und Funktionsprüfung benötigt dagegen entsprechend hergestellte Flaschen.

Ob eine bestimmte PCR-Qualität verfügbar und für den gewünschten Lebensmittelkontakt einsetzbar ist, wird projektbezogen geklärt. Die Modellzuordnung und der Musterabgleich unterstützen diesen Prozess, ersetzen aber weder den Recyclingnachweis noch die produktspezifische Konformitätsbewertung.

7. Freigabekriterien vorab vereinbaren und Chargenänderungen erfassen

Die Freigabekriterien stimmen wir vor der Auswertung ab. Die Referenz macht Veränderungen sichtbar, ersetzt aber keine anwendungsbezogenen Anforderungen. Messmethode, Stichprobe, Toleranz und Entscheidungsregel sollten Verpackungsentwicklung, Qualitätssicherung, Einkauf und die beteiligten Hersteller gemeinsam festlegen.

Die folgende Tabelle dient als Struktur für Ihre Freigabeakte. Die konkreten Grenzwerte werden für die Anwendung vereinbart; sie sind keine allgemeinen Materialkennwerte.

PrüffeldVor dem Versuch festlegenFür die Entscheidung dokumentieren
Material und Lebensmittelkontaktbewertete Qualität, Recyclingweg, Anteil und Verwendungzugeordnete Nachweise, Einschränkungen und offene Punkte
Quetschen und RückstellenKraftkriterium, Rückstellkriterium, Füllstände und ZyklenEinzelwerte in N und s, Restverformung und Ausfälle
PortionierenBetätigungsablauf, Sollmenge und akzeptable StreuungPortionsmassen in g, Verlauf über die Zyklen, Nachtropfen
Optik und SensorikFarbfenster, Fehlerklassen, Methode und BewertungsregelMesswerte, Grenzmuster und sensorische Beurteilung
Abfüllung und TransportProzessbedingungen, Dichtheits- und BelastungskriterienLaufdaten, Fehlbilder, Ausschuss und erforderliche Anpassungen
LagerungBedingungen, Prüftermine und begründete HaltbarkeitsbewertungVerlauf gegenüber der Referenz, nicht nur Anfangszustand
SerienüberwachungWareneingangsmerkmale, Kontrollumfang und RückstellmusterCharge, Ergebnis, Verantwortliche und Bearbeitung von Abweichungen

Trennen Sie die Freigabe für einen begrenzten technischen Versuch von der Freigabe für die Serienverwendung. Der Abschlussvermerk benennt Artikel- und Materialstand, Verwendung, bewertete Unterlagen, Prüfergebnisse, Einschränkungen, Verantwortliche und Datum. Offene, für die Verwendung erforderliche Nachweise werden nicht durch einen erfolgreichen Linienlauf erledigt.

Eine andere Rezyklatquelle, ein geänderter Recyclingprozess, eine Rezepturänderung oder ein neuer Verschluss löst eine dokumentierte Änderungsbewertung aus. Ob einzelne Nachweise weiter gelten oder Prüfungen wiederholt werden müssen, ergibt sich aus den betroffenen Eigenschaften und Verwendungsgrenzen. Vereinbaren Sie die Änderungsmitteilung bereits mit der Materialspezifikation.

Beispiel für die Chargenentscheidung: Angenommen, eine neue Lieferung entspricht dem vereinbarten Farbfenster, zeigt aber eine langsamere Rückstellung außerhalb des festgelegten Kriteriums. Die Farbe allein rechtfertigt keine Freigabe. Zuerst werden Materialcharge, Wandverteilung, Fertigungsdaten und Verschlusszuordnung abgeglichen; danach wird über Korrektur, zusätzliche Prüfung oder Ablehnung entschieden.

8. Häufige Fragen zur PCR-Materialumstellung

Kann ein vorhandener PE-Prüfbericht eine neue PCR-Mischung abdecken?

Das lässt sich aus der Bezeichnung PE allein nicht ableiten. Zu bewerten sind die konkrete Rezeptur, Rezyklatquelle, Aufbereitung, Herstellung und vorgesehene Verwendung. Vorhandene Daten können in die Bewertung eingehen; ihre Übertragbarkeit muss jedoch begründet sein. Für den Lebensmittelkontakt sind außerdem die einschlägigen Anforderungen an recycelte Kunststoffe zu beachten.

Wie viele Flaschen sind für einen PCR-Linienversuch erforderlich?

Eine allgemeine Stückzahl gibt es nicht. Der Umfang muss zur Fragestellung passen und relevante Werkzeuge oder Kavitäten, Anfahr- und stabile Betriebsphasen, Materialchargen sowie die geplante Auswertung abdecken. Viele Flaschen aus einer einzigen kurzen Produktionsphase belegen noch keine Konstanz über mehrere Rohstoffchargen.

Muss nach einem Wechsel der PCR-Quelle alles neu geprüft werden?

Nicht automatisch. Zunächst ist zu prüfen, ob der Wechsel innerhalb der freigegebenen Materialspezifikation und des bewerteten Recyclingwegs liegt. Danach werden die betroffenen Nachweise und Prüfungen festgelegt. Eine unveränderte Handelsbezeichnung oder derselbe PCR-Prozentsatz reichen nicht als Begründung, auf die Änderungsbewertung zu verzichten.

Lässt sich ein langsameres Rückstellen durch einen anderen Verschluss ausgleichen?

Eine geänderte Luftnachströmung kann das Rückstellverhalten beeinflussen. Ein Verschlusswechsel verändert jedoch das geprüfte System und kann Dosierung, Nachtropfen und Dichtheit beeinflussen. Er muss als eigener Änderungsschritt untersucht werden. Ein verbesserter Verschlusswert beweist nicht, dass die neue Flaschenwand der bisherigen Ausführung entspricht.

Fazit: Die Materialumstellung an einer definierten Ausführung freigeben

Ein sinnvoller PCR-Versuch beginnt für uns mit einem geeigneten Material und einer eindeutigen Referenz. Wir halten Änderungen an Flasche, Prozess und Verschluss auseinander, bewerten die gefüllte Verpackung über Gebrauch und Lagerung und übertragen die Ergebnisse in klare Chargenkriterien.

Möchten Sie eine bestehende Saucen-Quetschflasche auf eine PCR-Ausführung prüfen lassen? Senden Sie uns über die Kontaktseite Ihr Referenzmodell oder die Zeichnung, Sauce, Abfüll- und Lagerbedingungen, Verschluss, Zielmenge und die vorgesehene Materialspezifikation. Wir stimmen den Ausgangsartikel, die Musterzuordnung und die weiteren technischen Klärungsschritte mit Ihnen ab. Die Machbarkeit der konkreten Rezyklatausführung wird vor der Serienbestellung geprüft.

IHRE MATERIALUMSTELLUNG VORBEREITEN

Welche Referenzausführung soll auf PCR umgestellt werden?

Senden Sie Modell oder Zeichnung, Sauce, Abfüllung, Lagerbedingungen, Verschluss und die vorgesehene Materialspezifikation. Wir stimmen Musterzuordnung und technische Klärungsschritte ab. Verfügbarkeit und Lebensmittelkontakteignung der konkreten PCR-Ausführung werden projektbezogen geprüft.