Eine Umstellung auf Post-Consumer-Rezyklat (PCR) ist erst dann freigabefähig, wenn die konkrete Materialausführung für den vorgesehenen Lebensmittelkontakt geeignet ist und die fertige Flasche ihre Funktion im Vergleich zur bisherigen Ausführung erfüllt. Prüfen Sie deshalb nicht nur einen Rezyklatanteil: Vergleichen Sie eindeutig gekennzeichnete Materialchargen bei kontrollierter Flaschengeometrie, Füllung und Verschlusskombination. Halten Sie vor dem Versuch fest, welche Abweichungen akzeptabel sind und welche einen weiteren Prüfschritt auslösen.
Freigegeben wird eine definierte Kombination aus Material, Herstellprozess, Flasche, Verschluss und Verwendung. Eine Prozentangabe oder ein gutes Einzelmuster genügt dafür nicht.
Dieser Leitfaden behandelt den Wechsel einer bereits verwendeten Saucenverpackung auf eine konkret spezifizierte PCR-Ausführung. Die Grundlagen zu Rezyklatquoten und Recyclingfähigkeit finden Sie im Überblick zu rPET und PCR bei Saucenflaschen. Hier geht es um die zusätzliche Frage: Wie lässt sich eine Materialänderung nachvollziehbar prüfen und über mehrere Lieferchargen absichern?
1. Vor der Bemusterung: Material und Verwendungsgrenzen klären
PCR beschreibt die Herkunft aus Abfällen nach der Nutzung, nicht den Kunststoff. PCR-PET, PCR-HDPE und PCR-PP sind deshalb keine austauschbaren Alternativen. Auch ein Wechsel von einer PE-Quetschflasche zu rPET ist mehr als eine Änderung des Rezyklatanteils: Werkstoff, Herstellverfahren und Flaschenfunktion können sich gleichzeitig ändern.
Fordern Sie eine eindeutige Materialspezifikation an: Polymer und Qualität, Rezyklatquelle und Recyclingweg, vorgesehener Anteil mit Bezugsbasis, Additive und Farbmittel sowie die Dokumentation für die geplante Verwendung. Bei einer Mehrschichtflasche ist zusätzlich festzuhalten, in welcher Schicht das Material eingesetzt wird. Produktionsrücklauf darf dabei nicht stillschweigend als Post-Consumer-Material bezeichnet werden.
Für recycelte Lebensmittelkontaktkunststoffe ist insbesondere die Verordnung (EU) 2022/1616 relevant; für die fertige Kunststoffverpackung gelten außerdem insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 und die Verordnung (EU) Nr. 10/2011. EFSA bewertet die Sicherheit von Recyclingverfahren; sie erteilt keine pauschale Produktzulassung für beliebiges PCR-Granulat. Der anwendbare Recyclingweg und gegebenenfalls erforderliche Zulassungen müssen zur Lieferung passen. Ein Registereintrag allein belegt noch nicht die Eignung für jede Sauce. Die Europäische Kommission erläutert die Anforderungen an recycelte Lebensmittelkontaktkunststoffe.
Beschreiben Sie Sauce, Fett- und Säureanteil, Abfüllung, Lagerung und Gebrauch. Klären Sie mit der zuständigen Fachperson, welche Konformitätserklärungen, unterstützenden Unterlagen und ergänzenden Untersuchungen benötigt werden. Gesamtmigration, spezifische Migration und die Bewertung nicht absichtlich zugesetzter Stoffe (NIAS) sind unterschiedliche Aufgaben. Ein unauffälliger Gesamtmigrationswert ersetzt diese stoffbezogene Bewertung nicht.
Fehlt die Grundlage für den vorgesehenen Lebensmittelkontakt, bleibt die Materialfreigabe offen. Technische Vorversuche können gezielt vereinbart werden; daraus entsteht jedoch noch keine Freigabe für die Vermarktung abgefüllter Lebensmittel.
2. Vergleichsmuster so aufbauen, dass der Materialeffekt erkennbar bleibt
Legen Sie eine bisher freigegebene Ausführung als Referenz fest. Wenn diese bereits Rezyklat enthält, dokumentieren Sie ihren tatsächlichen Materialstand. Eine nur äußerlich ähnliche Neuwareflasche ist kein gleichwertiger Ersatz für diese Referenz.
Beginnen Sie mit einem Vergleich, bei dem Zeichnung, Verschluss, Zielgewicht, Füllgut und Prüfablauf möglichst gleich bleiben. Müssen für das neue Material die Verarbeitungsparameter angepasst werden, zeichnen Sie diese Änderung auf. So lässt sich später unterscheiden, ob ein Ergebnis zur Rezeptur oder zum geänderten Prozess gehört.
| Merkmal | Referenz und PCR-Kandidat | Warum es für den Vergleich wichtig ist |
|---|---|---|
| Flaschenkörper | gleicher Zeichnungsstand; Werkzeug und gegebenenfalls Kavität erfasst | ähnliche Außenform kann unterschiedliche Wandverteilungen verdecken |
| Material | Qualität, Lieferant, Chargennummer, PCR-Anteil und Farbmittel dokumentiert | gleiche Prozentzahl bedeutet nicht gleiche Zusammensetzung |
| Gewicht und Wanddicke | Zielgewicht sowie Messstellen und Istwerte festgehalten | Mehrgewicht kann eine veränderte Materialsteifigkeit überdecken |
| Verschluss | gleicher Kappentyp, gleiches Ventil und definierte Montage | Luftnachströmung und Ventilöffnung beeinflussen die Rückstellung |
| Sauce und Füllzustand | gleiche Rezepturcharge, Füllmasse, Temperatur und Lagerlage | Temperatur und Füllstand verändern Quetschkraft und Dosierung |
| Stichprobe | mehrere Einzelproben; Produktionszeitpunkt und Materialcharge zugeordnet | Mittelwerte allein zeigen weder Ausreißer noch Chargenstreuung |
Trennen Sie Materialvergleich und Optimierungsversuch. Wird die PCR-Flasche gleichzeitig schwerer und mit einem anderen Ventil ausgestattet, kann diese Kombination durchaus funktionieren. Der Versuch belegt dann aber die neue Gesamtausführung, nicht die Gleichwertigkeit des Materials allein.
Ein konkreter Ausgangspunkt für Ketchup-Quetschflaschen ist beispielsweise das Referenzmodell FQ-033 mit 330 ml Wasserkapazität, PE-Flaschenkörper und PP-Kappe. Diese Angaben beschreiben die Ausgangsausführung. Sie bestätigen weder eine bestimmte PE-Untergruppe noch eine verfügbare PCR-Variante. Für den Umstellungsversuch müssen die tatsächliche Rezeptur und der geprüfte Verschluss ergänzt werden; die Wasserkapazität ist zudem nicht mit dem Füllgewicht von Ketchup gleichzusetzen.
3. Quetschkraft, Rückstellung und Dosierung gemeinsam auswerten
Die entscheidende Frage lautet nicht, ob PCR grundsätzlich weicher oder härter ist. Relevant ist, ob die neue Flasche innerhalb der vereinbarten Gebrauchskriterien bleibt. Molekülstruktur, Verunreinigungen, Aufbereitung und Verarbeitung können die mechanische Streuung beeinflussen; Richtung und Ausmaß sind qualitätsabhängig.
Die Grundlagen der Flexibilität und Rückstellung von LDPE- und HDPE-Flaschen behandelt unser Materialvergleich. Für eine Umstellung ergänzen Sie vor allem die Zuordnung zu einzelnen Chargen und den direkten Vergleich mit der freigegebenen Referenz.
Einen wiederholbaren Prüfablauf festlegen
- Konditionieren Sie Referenz und Kandidat unter denselben dokumentierten Bedingungen. Verwenden Sie für den Funktionsvergleich dieselbe Sauce und dieselbe Verschlussausführung.
- Legen Sie Druckstelle, Ausrichtung, Prüfgeschwindigkeit und Verformungsweg fest. Messen Sie die Quetschkraft in Newton bei diesem definierten Ablauf; ein Handvergleich eignet sich nur zur ersten Orientierung.
- Entlasten Sie die Flasche und erfassen Sie die Rückstellzeit in Sekunden bis zu einem vorher festgelegten Geometriekriterium. Notieren Sie verbleibende Verformung und Knicke getrennt.
- Wiegen Sie die ausgegebene Portion in Gramm. Zeichnen Sie auf, ob die zweite und die folgenden Betätigungen bei gleichem Ablauf vergleichbare Mengen liefern und ob Sauce nachtropft.
- Wiederholen Sie den Vergleich bei den für den Gebrauch relevanten Füllständen und nach Lagerung. Dokumentieren Sie Einzelwerte, Streuung und Fehlbilder statt ausschließlich eines Durchschnitts.
Eine identische Betätigung kann bei einer langsam zurückstellenden Flasche zunehmend kleinere Portionen erzeugen. Deshalb reicht es nicht, nur die erste Quetschung zu bewerten. Umgekehrt kann eine veränderte Luftnachströmung eine gute Flaschenwand langsam erscheinen lassen. Bei auffälligen Ergebnissen hilft ein gesonderter Vergleich der betroffenen Flaschen-Verschluss-Kombinationen.
Für kopfstehende Dressingflaschen mit Ventilkappen gehören die Lagerung auf dem Verschluss, das erste Dosieren nach einer Standzeit und der Kontakt der Sauce mit den Verschlussteilen in den Prüfplan. Die PCR-Eignung wird auch hier für die konkrete Materialausführung geklärt.
Top-Load ist eine andere Belastung: Der axiale Druckversuch bewertet die Belastbarkeit in Längsrichtung, etwa für Stapelung oder Abfüllung. Er ersetzt weder das seitliche Quetschen noch die Rückstellmessung. Ebenso sind Fallverhalten, Dichtheit und Öffnungs- beziehungsweise Aufbringmoment getrennt zu beurteilen.
4. Farbe, Geruch und Lagerverhalten gegen die Referenz prüfen
Vereinbaren Sie ein Farbfenster an der fertigen Flasche. Eine Granulatprobe bildet Wanddicke, Verarbeitung und den Farbeindruck neben dem Etikett nur unvollständig ab. Verwenden Sie für den Vergleich gleiche Beleuchtung, Hintergrund und Messgeometrie. Werden Farbwerte oder Farbabstände ausgewertet, müssen Messmethode und Berechnung feststehen; es gibt keinen pauschalen zulässigen Farbabstand für jede Saucenflasche.
Definieren Sie Stippen und Einschlüsse mit Größenklassen, Anzahl und Prüfbereich. Ein Grenzmuster kann die visuelle Beurteilung unterstützen. Einzelne Auffälligkeiten dürfen nicht mit dem Hinweis auf einen durchschnittlich akzeptablen Farbton verschwinden.
Eigengeruch und Übertragung auf die Sauce auseinanderhalten
Ein Geruch am leeren Gebinde und eine sensorische Veränderung des Füllguts sind getrennte Befunde. Planen Sie daher geeignete Referenzen, unbenutzte Leergebinde und abgefüllte Vergleichsmuster ein. Proben sollten für die Prüfer neutral codiert sein, damit sichtbare Kennzeichnungen des Rezyklatanteils die Bewertung nicht vorwegnehmen.
Der Dreieckstest nach ISO 4120 dient der Prüfung auf einen wahrnehmbaren Unterschied beziehungsweise auf Ähnlichkeit. Er ist kein universeller Geschmacksschwellentest und liefert nicht automatisch einen Grenzwert für Geruchsintensität. Die Auswahl der sensorischen Methode, Prüferzahl und Entscheidungsregel gehört in die fachliche Versuchsplanung. Für die lebensmittelbezogene Verkostung müssen die hierfür nötigen Sicherheitsvoraussetzungen geklärt sein.
Die Veränderung über die Lagerzeit verfolgen
| Anwendung | Besonders relevante Beobachtung nach Materialwechsel | Vergleichsbedingung |
|---|---|---|
| Ketchup oder BBQ-Sauce | Portionierbarkeit, Flaschenverformung und Farbentwicklung | identische Rezeptur, Abfüllung und Lichtbedingungen |
| Mayonnaise oder ölhaltiges Dressing | sensorische Veränderung, Oxidationsanzeichen, Dichtheit bei Kopfstand | gleiche Verschlusskombination und vorgesehene Lagerlage |
| Kühl gelagerte Sauce | Quetschkraft und Rückstellung bei Gebrauchstemperatur | gefüllte Flasche und Sauce gemeinsam konditioniert |
| Heiß abgefüllte Sauce | Maßänderung nach Abkühlung, Dichtsitz und spätere Gebrauchsfunktion | dokumentierter Füll- und Abkühlverlauf |
Bei barriereempfindlichen Produkten kann ein Vergleich der Sauerstoff- oder Wasserdampfdurchlässigkeit erforderlich sein. Ein Materialkennwert allein beschreibt jedoch nicht das vollständige Gebinde. Bewerten Sie Verschluss, Wandverteilung und gegebenenfalls Barriereaufbau mit; ein höherer PCR-Anteil bedeutet nicht automatisch schlechtere Haltbarkeit.
Eine Lagerung bei 40 °C kann für eine definierte Fragestellung hilfreich sein. Sie ist aber kein allgemeiner Ersatz für die Prüfung unter vorgesehenen Lagerbedingungen bis zum geplanten Mindesthaltbarkeitsdatum. Beschleunigte Prüfungen benötigen eine begründete Übertragbarkeit; bei höherer Temperatur können andere Fehlermechanismen auftreten. Migrationsprüfbedingungen und Haltbarkeitsversuche sind zudem getrennte Untersuchungen.
5. Den Linienversuch bis zur stabilen Produktion planen
Prüfen Sie zunächst die Flaschenherstellung und anschließend die Abfülllinie. Bei extrusionsgeblasenen PE-Ausführungen sind unter anderem Schlauchbildung und Wandverteilung relevant. Bei streckgeblasenen PET-Ausführungen gehören Vorformling, Trocknung und Streckblasprozess zur Bewertung. Beide Wege lassen sich nicht mit derselben pauschalen Maschineneinstellung qualifizieren.
Die Schmelze-Massefließrate MFR, häufig als MFI bezeichnet, ist beispielsweise bei PE nur mit zugehöriger Prüftemperatur und Belastung vergleichbar. Sie ist kein vollständiger Nachweis des Blasformverhaltens. Bei PET spielen unter anderem intrinsische Viskosität und Feuchteführung eine Rolle. Wählen Sie die zu überwachenden Rohstoffkennwerte entsprechend der tatsächlichen Material- und Prozessroute.
Der Linienversuch soll zeigen, ob ein belastbares Prozessfenster existiert. Erfassen Sie Einstellungen und Änderungen, Ausschuss, Gewicht und Maße über den Lauf. Entnehmen Sie Proben aus den relevanten Produktionsphasen und kennzeichnen Sie diese. Eine hohe Zahl unmittelbar nacheinander produzierter Flaschen sagt wenig über verschiedene Materialchargen aus.
An der Abfülllinie folgen Zuführung, Füllen, Verschließen, gegebenenfalls Versiegeln, Etikettieren und Verpacken. Halten Sie Störungen und notwendige Anpassungen fest. Für Saucenkappen mit Silikonventil ist dabei die Passung zur konkreten Flaschenmündung entscheidend; derselbe Kappenname ersetzt keine Prüfung am neuen Flaschenkörper.
Eine feste Vorgabe wie „10.000 Flaschen genügen“ ist ohne Versuchsplan nicht belastbar. Umfang und Dauer richten sich nach Produktionsaufbau, relevanten Schwankungen, Fehlerfolgen und der geplanten statistischen Auswertung. Legen Sie außerdem fest, wie Prüfmuster und Versuchsware getrennt und weiterbehandelt werden.
Kalkulieren Sie die Umstellung anhand der Kosten je verwendbarer Flasche: Rohstoff, Ausschuss, Maschinenzeit, zusätzliche Kontrollen, Linienanpassung und gegebenenfalls Werkzeugänderung. Ein günstiger Granulatpreis kann durch ein enges Prozessfenster oder erhöhte Aussortierung aufgebraucht werden.
6. Musterzuordnung und Änderungsumfang mit dem Hersteller abstimmen

Bei Gracepack werden Versandmuster mit Modell und Wasserkapazität gekennzeichnet, vor dem Versand fotografiert und in der Musterverwaltung erfasst. Bei der Produktionsabstimmung werden Fertigungsmuster mit dem bestätigten Referenzmuster verglichen, unter anderem hinsichtlich Farbe, Abmessungen und Ausführung. Diese Abläufe erleichtern es, die besprochene Flasche später wieder eindeutig zuzuordnen.
Für ein PCR-Projekt muss diese Musterzuordnung um den Materialstand ergänzt werden: Rohstoffqualität und Charge, Rezyklatanteil, Farbe, Fertigungslauf sowie der zugehörige Dokumentenstand. Zwei mit demselben Modellnamen beschriftete Flaschen dürfen nicht als identisch behandelt werden, wenn ihre Rezepturen unterschiedlich sind.
Vor einer Werkzeugänderung lässt sich prüfen, ob eine vorhandene Flaschenform und Verschlusskombination als Ausgangspunkt geeignet ist. Dazu werden Muster und Zeichnung abgeglichen. Eine 3D-Darstellung oder ein Formmuster unterstützt die Geometrieabstimmung; die Material- und Funktionsprüfung benötigt dagegen entsprechend hergestellte Flaschen.
Ob eine bestimmte PCR-Qualität verfügbar und für den gewünschten Lebensmittelkontakt einsetzbar ist, wird projektbezogen geklärt. Die Modellzuordnung und der Musterabgleich unterstützen diesen Prozess, ersetzen aber weder den Recyclingnachweis noch die produktspezifische Konformitätsbewertung.
7. Freigabekriterien vorab vereinbaren und Chargenänderungen erfassen
Legen Sie Kriterien vor der Auswertung fest. Die Referenz hilft, Veränderungen sichtbar zu machen; sie ersetzt keine anwendungsbezogenen Anforderungen. Stimmen Sie Messmethode, Stichprobe, Toleranz und Entscheidungsregel zwischen Verpackungsentwicklung, Qualitätssicherung, Einkauf und den beteiligten Herstellern ab.
Die folgende Tabelle dient als Struktur für Ihre Freigabeakte. Die konkreten Grenzwerte werden für die Anwendung vereinbart; sie sind keine allgemeinen Materialkennwerte.
| Prüffeld | Vor dem Versuch festlegen | Für die Entscheidung dokumentieren |
|---|---|---|
| Material und Lebensmittelkontakt | bewertete Qualität, Recyclingweg, Anteil und Verwendung | zugeordnete Nachweise, Einschränkungen und offene Punkte |
| Quetschen und Rückstellen | Kraftkriterium, Rückstellkriterium, Füllstände und Zyklen | Einzelwerte in N und s, Restverformung und Ausfälle |
| Portionieren | Betätigungsablauf, Sollmenge und akzeptable Streuung | Portionsmassen in g, Verlauf über die Zyklen, Nachtropfen |
| Optik und Sensorik | Farbfenster, Fehlerklassen, Methode und Bewertungsregel | Messwerte, Grenzmuster und sensorische Beurteilung |
| Abfüllung und Transport | Prozessbedingungen, Dichtheits- und Belastungskriterien | Laufdaten, Fehlbilder, Ausschuss und erforderliche Anpassungen |
| Lagerung | Bedingungen, Prüftermine und begründete Haltbarkeitsbewertung | Verlauf gegenüber der Referenz, nicht nur Anfangszustand |
| Serienüberwachung | Wareneingangsmerkmale, Kontrollumfang und Rückstellmuster | Charge, Ergebnis, Verantwortliche und Bearbeitung von Abweichungen |
Trennen Sie die Freigabe für einen begrenzten technischen Versuch von der Freigabe für die Serienverwendung. Der Abschlussvermerk benennt Artikel- und Materialstand, Verwendung, bewertete Unterlagen, Prüfergebnisse, Einschränkungen, Verantwortliche und Datum. Offene, für die Verwendung erforderliche Nachweise werden nicht durch einen erfolgreichen Linienlauf erledigt.
Eine andere Rezyklatquelle, ein geänderter Recyclingprozess, eine Rezepturänderung oder ein neuer Verschluss löst eine dokumentierte Änderungsbewertung aus. Ob einzelne Nachweise weiter gelten oder Prüfungen wiederholt werden müssen, ergibt sich aus den betroffenen Eigenschaften und Verwendungsgrenzen. Vereinbaren Sie die Änderungsmitteilung bereits mit der Materialspezifikation.
Beispiel für die Chargenentscheidung: Angenommen, eine neue Lieferung entspricht dem vereinbarten Farbfenster, zeigt aber eine langsamere Rückstellung außerhalb des festgelegten Kriteriums. Die Farbe allein rechtfertigt keine Freigabe. Zuerst werden Materialcharge, Wandverteilung, Fertigungsdaten und Verschlusszuordnung abgeglichen; danach wird über Korrektur, zusätzliche Prüfung oder Ablehnung entschieden.
8. Häufige Fragen zur PCR-Materialumstellung
Kann ein vorhandener PE-Prüfbericht eine neue PCR-Mischung abdecken?
Das lässt sich aus der Bezeichnung PE allein nicht ableiten. Zu bewerten sind die konkrete Rezeptur, Rezyklatquelle, Aufbereitung, Herstellung und vorgesehene Verwendung. Vorhandene Daten können in die Bewertung eingehen; ihre Übertragbarkeit muss jedoch begründet sein. Für den Lebensmittelkontakt sind außerdem die einschlägigen Anforderungen an recycelte Kunststoffe zu beachten.
Wie viele Flaschen sind für einen PCR-Linienversuch erforderlich?
Eine allgemeine Stückzahl gibt es nicht. Der Umfang muss zur Fragestellung passen und relevante Werkzeuge oder Kavitäten, Anfahr- und stabile Betriebsphasen, Materialchargen sowie die geplante Auswertung abdecken. Viele Flaschen aus einer einzigen kurzen Produktionsphase belegen noch keine Konstanz über mehrere Rohstoffchargen.
Muss nach einem Wechsel der PCR-Quelle alles neu geprüft werden?
Nicht automatisch. Zunächst ist zu prüfen, ob der Wechsel innerhalb der freigegebenen Materialspezifikation und des bewerteten Recyclingwegs liegt. Danach werden die betroffenen Nachweise und Prüfungen festgelegt. Eine unveränderte Handelsbezeichnung oder derselbe PCR-Prozentsatz reichen nicht als Begründung, auf die Änderungsbewertung zu verzichten.
Lässt sich ein langsameres Rückstellen durch einen anderen Verschluss ausgleichen?
Eine geänderte Luftnachströmung kann das Rückstellverhalten beeinflussen. Ein Verschlusswechsel verändert jedoch das geprüfte System und kann Dosierung, Nachtropfen und Dichtheit beeinflussen. Er muss als eigener Änderungsschritt untersucht werden. Ein verbesserter Verschlusswert beweist nicht, dass die neue Flaschenwand der bisherigen Ausführung entspricht.
Fazit: Die Materialumstellung an einer definierten Ausführung freigeben
Ein sinnvoller PCR-Versuch beginnt mit einem geeigneten Material und einer eindeutigen Referenz. Er hält Änderungen an Flasche, Prozess und Verschluss auseinander, bewertet die gefüllte Verpackung über Gebrauch und Lagerung und überführt die Ergebnisse in klare Chargenkriterien.
Möchten Sie eine bestehende Saucen-Quetschflasche auf eine PCR-Ausführung prüfen lassen? Senden Sie uns über die Kontaktseite Ihr Referenzmodell oder die Zeichnung, Sauce, Abfüll- und Lagerbedingungen, Verschluss, Zielmenge und die vorgesehene Materialspezifikation. Wir stimmen den Ausgangsartikel, die Musterzuordnung und die weiteren technischen Klärungsschritte mit Ihnen ab. Die Machbarkeit der konkreten Rezyklatausführung wird vor der Serienbestellung geprüft.
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